meine letzte geschriebene liebeserklärung diesen jahres geht an chrischa oswald, künstlerin aus dem freistaat bayern, die derzeit ihr schaffen von linz aus betreibt.
regelmäßige besucher der nownow-gallery, oder fans des fjord-fotoprojektes - wo unter anderem brad troemel vertreten ist - werden chrischas bilder bereits unter den namen aufstrebender fotografen entdeckt haben, denn sie ist längst kein geheimtipp mehr.
in österreich wurde sie ende des jahres mit dem diesel new art-award in der kategorie foto ausgezeichnet; sie hat in london, new york, leipzig und barcelona ausgestellt und die wiener unter uns haben ab ende januar die gelegenheit ihre fotografien nicht nur am bildschirm zu bewundern.







die namensgebung ihrer website fasst kurz und prägnant die eindrücke zusammen, die bei den blicken auf chrischas arbeiten enstehen: irritaction.
ebenso konsistent wie ihr ansatz, weitaus mehr aussage als eigentlich abgebildetes mit ihrer kamera einzufangen, sowie sehr genau und mit hingabe zu beobachten, zieht sich ein sehr persönlicher faden durch chrischas arbeiten.
neben 'being', fotoserien, die chrischa als tribut an ihre eigene zeit bei den pfadfindern begann, ist ihre familie immer wieder thema ihrer werke. 'some about granny' ist in diesem feld mein favorit; zu dem projekt 'the ones we love' hat chrischa ebenfalls einmal wieder ihre direkten verwandten vor ihr objektiv befohlen - die weiteren beiträge zu dem projekt, das fotografische liebeserklärungen sammelt, sollten aber definitiv ebenfalls mit aufmerksamkeit bedacht werden.





chrischas auseinandersetzung mit ihrer familie und umwelt findet, und das betont sie ausdrücklich, nicht ausschließlich durch die linse ihrer kamera statt. die fotografie kam ihr vor allem als ersatz für unzureichendes talent mit stift und pinsel gelegen, doch auch andere formen der künstlerischen kommunikation spielen für die studentin der 'experimentellen gestaltung' eine bedeutsame rolle. chrischa schreibt und dichtet in deutsch und englisch und scheut sich nicht diese texte bei poetryslams vorzutragen.
ebenso wenig scheu, dieses mal nicht vor publikum sondern schmerz, beweist chrischas 'hautnah---t'-performance' "gegen den apterygoten urzustand". chrischas versuch den flügellosen zustand durch das annähen von federn am eigenen körper zu überwinden, kann auf ihrer seite als video angesehen werden.







mehr fotos, texte und weitere werke könnt ihr euch auf chrischas seite irritaction zu gemüte führen. im wortlaut findet ihr das bayrische talent unter anderem im nothingmag sowie ein recht umfangreiches interview bei 'the peach pit', beides in englischer sprache.

und nicht vergessen: die gewinner des dna-award stellen vom 24. januar bis zum 3. februar 2008 ihre prämierten werke in "das weisse haus" in wien aus.



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