das magazin penthouse hat seit kurzem einen neuen chefredakteur, und seine worte könnte sich auch so manche vorsteherin eines frauenblattes zu herzen nehmen. kurt molzer fühlt sich von der konkurrenz der männermagazine in einer ähnlichen weise wie mode- und lifestyle-magazine es mit ihren leserinnen tun, auf eindimensionale interessen und die sorge um das perfekte aussehen reduziert.

"[wir sind ein] männliches männermagazin [...]. die message ist klar: männer lasst wieder wind und sand in die gesichter, nicht augencremes und faltenhemmer! es gibt so viele männerträume, bei denen es nicht nur darum geht, eine frau flach zu legen."

es scheint ein wenig romantisch und fernab von schnellen strategien um die auflage des magazin zu steigern, denn molzer spricht tatsächlich - alice schwarzer wird es ihm danken - von einer reduzierung der zahl nackter frauen.

"alle anderen männermagazine sind weitestgehend humorfreie zone. es geht deshalb jetzt darum, andere formen der leseransprache zu finden. langfristig sogar frauen in den heften zu reduzieren. in ein paar jahren kommt ein männermagazin wahrscheinlich sogar ohne eine nackte frau aus. das ist meine vision."

warten wir mal ein paar monate ab, und wagen dann den blick ins penthouse. doch wie geht's bei den mädels weiter? mehr männer anstatt magermodels? mehr eisbärbabys, violett anstatt pink, kotzen anstatt kochen? ich habe heute dann doch noch in einer bahnhofsbuchhandlung am alexanderplatz alley cat entdeckt, ein neues erotikmagazin für frauen, das in den letzten wochen schon reichlich besprochen wurde, z.b. bei der taz. auf den ersten blick sieht alley cat sehr glatt und glänzend, aber wenig prickelnd aus. ob nun die lektüre von feuchtgebiete, von alley cat, eine nacht im berghain, wind und sand im bikini oder etwas komplett anderes die sinnlichste erfahrung meines jahres war, bespreche ich hier in kürze.

das komplette interview mit kurt molzer findet ihr hier.

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2 Comments:
Blogger aleks said...
ich hab noch nie playboy, penthouse, gq, fhm oder maxim gelesen. gibts noch alternative männermagazine?

sonst wäre es ja eigentlich mal zeit dafür. ohne fussball, autos und wenn schon wichsvorlagen, dann nicht so olle blonde trullas am strand.

aber vielleicht haben jungs halt auch einfach keinen bock sowas zu lesen.

Blogger frollein tessa said...
ich nehme mal an, männermagazine haben ähnlich wie frauenmagazine mit anzeigenkunden zu kämpfen, brauchen massig advertorials und enden so ebenso im lifestyle hochglanz. vermutlich ist es aber für beide seiten nicht glaubwürdig, wenn man inhalte à la spiegel mit gq mischen würde. bleibt also nur der griff zu mehreren titeln. wäre die vanity fair hierzulande kein blondinenblatt sondern so hochwertig wie ihre amerkanische schwester, würde sie wohl sogar männer und frauen gleichermaßen beglücken.

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