ich mag charlotte roche vor allen dingen aufgrund ihrer verdienste um die popkultur, die sie vor veröffentlichung ihres bestsellers 'feuchtgebiete' errungen hat. dass feuchtgebiete hingegen durchaus auf andere art und weise seine berechtigung hat, brachte die berliner autorin miriam yung min stein, mit der ich ein interview für das am 8. oktober erscheinende face-magazin geführt habe, sehr trefflich auf den punkt:

"ich habe sehr viel respekt davor, was charlotte roche mit ihrem buch macht. sie schreibt als frau ein, das so dermaßen durch die decke geht und sie so viel geld verdienen lässt, dass sie damit wieder platz für andere junge frauen schafft. ich stimme mit dem buch und ihrer aussage nicht überein, ich finde es auch literarisch nicht gut. ich finde auch nicht, dass anatomisches reden über den weiblichen unterleib und tampons wirklich die frauenwelt zum ausdruck bringt, aber sie hat sich was getraut, was so unverschämt ist und so untypisch frau, das halte ich schon für wichtig. auch für wichtiger, als thematische bücher über so genannten post-feminismus zu schreiben und damit ein bild zu propagieren, dass meiner meinung nach angestaubt ist."

heute abend ist charlotte wieder im fernsehen und traut sich unter bestatter, auftakt zu einer fünfteiligen reihe des senders 3sat. wer heute während des tages schon das regenwetter mit frau roche verbringen möchte, kann die episoden sogar bereits bei 3sat im netz anschauen.

erste pressestimmen gab es bereits von der taz, der faz ("sympathische unbeschwertheit"), zeit und frankfurter rundschau ("harmlos doof aber ist zum gähnen langweilig").

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