oskar von acht milliarden trägt als freund der missy-redaktion ebenfalls fleissig die presse-reaktionen auf die debutausgabe des magazins zusammen, wunderte sich dann aber, dass alle schreiben - nun auch spiegel online - ein urteil von der grauen eminenz der feminismus-gazetten allerdings bislang ausblieb. überraschen tut das freilich nicht. frau schwarzer hat es nicht mit den "wellness-feministinnen", und die königin hatte schließlich ihr chefredaktionszepter frau ortgies erst verliehen und dann wieder aus der hand genommen, um dort weiterhin zu regieren. platz für jüngere machen alice und emma freiwillig vorerst nicht.

die faz hat zu alice schwarzer bereits im juni eine kluge analyse unter dem titel die plattmacherin verfasst, die unter anderem kurz erklärt, warum die emma sich nur stiefmütterlich um den feministischen nachwuchs kümmert:

"Gegen das System „Alice Schwarzer“ wirkt selbst die katholische Kirche wie ein Haufen umstürzlerischer Jungtürken. „Die vehementeste Bekämpferin aller wie auch immer gearteten Versuche, einen jüngeren Feminismus zu machen, ist Alice Schwarzer“, sagt die siebenunddreißigjährige Publizistin Thea Dorn, Autorin des Buchs „Die neue F-Klasse – Wie die Zukunft von Frauen gemacht wird“. Was damit gemeint ist, war eben erst in der Frankfurter Paulskirche zu erleben, wo Alice Schwarzer ihre Dankesrede für den Börne-Preis hielt: Frauen, die Prostitution nicht kategorisch ablehnen und nicht bereit sind, wie Alice Schwarzer Pornographie in aber auch jedem einzelnen Fall mit Gewalt gleichzusetzen, werden als „Wellness-Feministinnen“ diffamiert. Solche „Post-Girlies“ interessierten sich „ausschließlich für ihre ganz persönlichen Belange, sprich: für Karriere und Männer“, urteilte die alleinige Sachwalterin des einzig wahren Feminismus barsch. Zwischentöne existieren nicht in ihrer Welt. „Ich habe den Eindruck, dass Alice Schwarzer einen geradezu grotesk überdehnten Begriff davon hat, was sexuelle Gewalt ist. Das finde ich auch beleidigend denen gegenüber, die tatsächlich Opfer sexueller Gewalt geworden sind“, argumentiert Thea Dorn, die damit wohl auch zu den „Wellness-Feministinnen“ gezählt werden muss. Aber da verhält es sich bei Alice Schwarzer wie bei Erich Honecker kurz vor dem Mauerfall: Mit Argumenten, Zahlen oder Fakten ist sie schon lange nicht mehr zu beeindrucken."

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