ich mag amerika, amerikaner und amerikanische serien. fernsehen - und man wundert sich, warum programm-direktoren in deutschland immer noch vor dieser erkenntnis die augen verschließen - ist für unsere generation und all diejenigen, die sich nach unterhaltung mit geist, charme und ästhetischem anspruch sehen, mausetot. das fernsehen ist, zumindest in der hinsicht die interessantesten werbezielgruppen zu erreichen, in viel desaströserer lage als der print. das erst reich-ranicki darüber wettern musste, bevor dieses thema öffentlich etwas lauter diskutiert wurde, zeugt nur von der ignoranz der entscheider im tv-bereich, die an allem, aber nicht an der qualität von unterhaltungsfernsehen interessiert sind.

zwar kaufen deutsche sender mit (zu) großer verzögerung amerikanische serien ein, leider verlieren aber auch diese durch wenig liebevolle und akribische synchronisation mindestens fünfzig prozent ihres witzes und wertes. erklärt dass vielleicht, das noch geringere interesse der us-amerikaner an politik? da wir hierzulande über die ergrauten streitrunden bei anne will und ihren kolleginnen mehr lachen können, als über das serienangebot?



eine serie, die tatsächlich problemlos sogar von den öffentlich-rechtlichen sendern im vorabendprogramm oder zur prime time als serie für die ganze familie und für die hedonisten der großstädte, die angeblich in einem zarteren alter von den schnellen bildern von viva und zu viel feierei die rezeptionsfähigkeit für deutsches fernsehen verloren gegangen ist, gezeigt werden könnte, ist pushing daisies.
ein liebevolleres, märchenhaft schönes set design wird so schnell niemand vor die kameras zaubern, eine so malerische fiktion als gute-nacht-geschichte mit einer ausbalancierten gruppe von charakteren (ein schöner, blonder mann, die brünette elfe, die unglückliche verliebte, ältliche borderlinerinnen, ein schwarzer dedektiv, ein golden retriever, killer & ganoven) kaum jemand zusammenstellen. schaut es an, verliebt euch.



wenn ich einen girl crush habe, dann auf anna friel aka chuck in pushing daisies - dies nicht nur aufgrund ihres mädchenhaften liebreizes weitab vom hollywood-plastik-chic, aber besonders aufgrund des stils, den sich die art direktoren für den charakter der nicht zu berührenden großen liebe des pie makers ausgedacht haben: ein bißchen 40er, 50er und 60er, wunderschöne, verspielte kleider with a little bit of today. die aufzutreibenden fotos spiegeln dies leider kaum wieder. schaut euch einfach die erste staffel an - die zweite läuft seit anfang oktober auf abc - und ihr werdet vor den bildschirmen noch diesen stoffen dursten und vielleicht auch nach den kuchen, die ned "the piemaker" - mit oder ohne antidepressiva - den gästen des pie holes serviert.



mehr geschriebenes zu pushing daisies gibt es bei der new york times, einmal hier, einmal dort.


Delicious bookmark this on delicious

Labels: , , , ,

0 Comments:
Links to this post:
Link erstellen