11/15/2008


zu frauenrechten sprach auf der bundesdelegierten konferenz die landessprecherin von thüringen und frauenpolitische sprecherin astrid rothe-beinlich und es ist ein wenig aufmunternd, das wort 'frauenpolitik' ein mal zu laut zu hören, wenn frau doch unter der regierung der großen koalition und der zuständigen ministerin von der leyen den eindruck gewonnen hat, das frauenpolitik und familienpolitik eins sind. die medial präsenteste frauenpolitische aktion des bundesfamilienministeriums - das korrekt bundesministerium für familie, senioren, frauen und jugend heißt - ist der girls' day. dass es in den pressemitteilungen zu den berufsorientierungstag für mädchen noch nicht heißt, dass dieser dazu diene sie auf die vereinbarkeit von familie und karriere vorzubereiten, mag überraschen - denn bei der gleichstellungsthematik steht für frau von der leyen stets das gelungene nebeneinander von kind, ehe und karriere im vordergrund und sieht in der möglichkeit einer nicht gradlinigen berufslaufbahn durch schwangerschaft und kinder den vorrangigen grund für lohnunterschiede. das wort diskriminierung taucht in diesem kontext ebenso wenig auf, wie die bush regierung das wort 'torture' für die vorfälle in abu ghraib verwenden wollte: der begriff ist ein tabu.

claudia roth hingegen bemerkte in ihrer rede zur erneuten kandidatur als bundesvorsitzende recht provokant: "dass wir in diesem land noch immer gleichberechtigung einfordern müssen, ist eines der dunkelsten kapitel der diskriminierung in unserem land." zwar rühmt deutschland sich nun unter dem vorsitz einer bundeskanzlerin (die roth übrigens als "schutzmantel-madonna der sozialdemokratie mit burn-out-syndrom" bezeichnete), dass aber die these, allein durch ihr frausein wirke angela merkel schon für frauenpolitische fortschritte, nur bedingt zutrifft, legte rothe-beinlich beispielhaft mit ihrem rückblick auf das europäische jahr der chancengleichheit dar, das im jahr 2007 unter der bundesratspräsidentschaft von deutschland still und ohne eine aktion für die berufliche gleichstellung von frauen unter federführung von angela merkel ausklang.

die anwesenden lobbyisten setzen sich übrigens auch für frauenrechte ein. da die public affairs-agentur von tank&rast die von der messeagentur bereitgestellten etuikleider der hostessen für "nuttig kurz" befand und die mädels in den alternativ-outfits froren, durften sie zur standbetreuung ihre eigene, schwarze kleidung tragen: "bei den grünen ist das völlig okay, bei der cdu wäre das wohl nicht gegangen."

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1 Comments:
Anonymous Regine Heidorn said...
"Frauenrechte sind Menschenrechte" - mich veranlasste das zu dem ein oder anderen Hintergrundgespräch. Wirklich ergiebig fand ich die Antworten nicht, ich sehe noch nichtmal klar, woran das gelegen haben könnte.
Irgendwie sind da Welten aufeinandergeprallt.
Ich frage mich, inwieweit die Barrieren politischer Natur sind oder durch persönliche bzw. gruppendynamische Verhältnisse geprägt. Irgendwie finde ich da leider so gar keine Anknüpfungspunkte an die Frauenpolitik der Grünen.

Was unsere Bewerbungen auf das BloggerInnen-Stipendium betrifft: ca. 25% (9 von 40) waren Frauen. Ich hab mich erstmal gefragt, ob ich nur über die Quote genommen wurde, die ich als politische Strategie berechtigt finde. Bei der ein oder anderen Bloggerin war zu lesen, dass sie sich wohl gerne beworben hätte, aber von Politik keine Ahnung hat. Da ist wohl noch viel Empowerment nötig ...

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