this article may contain ironywie hier bereits vor ein paar tagen erwähnt fahre ich
im rahmen des blog-stipendiums der grünen morgen zur
bundesdelegiertenkonferenz nach erfurt, und all das, was ich bis sonntag morgen hier als blogpost verfasse, wird zumindest von meiner anwesenheit in erfurt
gefärbt sein. verfasse ich analysen zum grünen parteiprogramm und erkläre wie man im nächsten jahr seine stimmen im sinne der grünen optimal splittet? werde ich weinen, da ich mein wochenende freiwillig auf einem
messegelände verbringe, anstatt in berlin? mein geliebtes berlin, das ein
böse onkelz-fantreffen für mich bereit gehalten hätte, von dem das nächste
f*** magazin berichten wird - nun ohne meinen text dazu. bin ich verunsichert, da vorwürfe aufgetaucht sind, die grünen wollten lediglich von meinem
hipster-status profitieren? bin ich als junge berlinerin die bloggt, automatisch ein hipster? ahnen die grünen, vermuten leser hier - auf grundlage meines blog, der sich ab und an der mode widmet, aber auf dem nie fotos von mir & meinem tagesoutfit auftauchen - dass ich niederkniend schön bin, und das folglich einziges auswahlkriterium mich als blogschreiberin auszuwählen sein muss, damit ich meiner
rolle als frau gerecht werde? damit die grünen nicht nur blogger mit flotter schreibe, politischem interesse und hipster-image, sondern auch fotogenes material eingeladen haben? einen typen-mix aus bloggern, wie eine
gecastete boyband?

als kleinen ausflug in die gefilde meines politischen ichs: dass ich politisch interessiert bin, könnte man zunächst daran ablesen, dass hier tags wie
politics und
wahlkampf existieren. oder man könnte bei
knicken, das blog für das ich weitaus länger schreibe, mal unter
politik nachsehen, und dort feststellen, dass ich nicht nur zu politik aus den verschiedensten lagern
meinungen habe, sondern auch immer wieder politik-texte etablierter medien empfehle und verlinke. der erste blogeintrag, den ich jemals geschrieben habe, widmete sich übrigens
emund stoiber. in dessen politischer heimat - bayern, bzw. münchen - war ich in diesem jahr außerdem schon beim fdp-bundesparteitag, nicht als blogger, nicht als mitglied, sondern als
myself. in berlin findet man mich manchmal auf veranstaltungen wie dem friedenskongress der grünen, bei vorträgen der
kas, in vorlesungen am otto-suhr-institut der freien universität, in einem café, vertieft in den
freitag, am küchentisch mit meinem mitbewohner, politisches debattierend; ich habe zwei jahre lang bei einer agentur für politikberatung gearbeitet - zarte zeichen dahingehend, dass politik für mich spannender ist als mode. obwohl ich in berlin-kreuzberg wohne, die
popkultur gefrühstückt habe und mit anderen nachtschwärmern in clubs verkehre, in der man die hipster crowd vermutet.
hipster sind dem dreisatz mancher zufolge
käuflicher als politiker, und demokratiegefährdend dazu. bei den hipstern - die junge menschen und wähler sind - aber auch nur marginales interesse für politik zu regen, liegt vermutlich eher in der hand ihrer
artgenossen, als beim mainstream-journalismus oder den parteien selbst.
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Oder muss man Hipsterin sagen?
Außerdem: ist doch prima, wenn du wegen Äußerlichkeiten zuerst unterschätzt und eingeladen wirst, und dann einen schonungslosen Bericht hinknallst.
Joannah
http://2gbmemory.net
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