männer auf dem frühstückstisch, so ließ zunächst die überschrift des großen interviews im wochenendteil der sz heute vermuten: renate künast über männer. das lesen des interviews entlarvte die wahl der titelzeile aber flugs als kleine falle. natürlich klingt es verlockender die spitzenpolitikerin der grünen über das andere, über das böse geschlecht reden zu hören. schwerpunktmäßig darf sich frau künast allerdings eher zu frauenpolitik und feminismus äußern. die provokanteste frage zum thema mann ist das abschließenden nachbohren nach dem wohlfühlfaktor frau: wären sie lieber als mann geboren? ihre antwort könnt ihr euch denken. hätte sie bejaht, hätte die sz diese frage auch kaum an den ende des textes stellen können. leider hält das interview auch vor dieser frage keine großen überraschungen bereit. es geht um alice schwarzer, angela merkel und ursula von der leyen, die allesamt keine wirklich frauenpolitischen anliegen haben. ganz richtig bemerkt künast, angela merkel hätte sich als neutrum positioniert, von der leyen machte familien-, aber keine frauenpolitik, und schwarzers lauteste aktion in diesem jahr waren wohl die peinlichkeiten um die neubesetzung der chefredakteurinnenstelle der emma.
renate künast deckt den frühstückstisch nicht mit neuen ideen oder streitbaren thesen zu den themen frauenpolitik, feminismus, geschlechterkampf und dem umgang mit männern. im gleichen atemzug in dem ich das kritisieren könnte, muss freilich auch gefragt werden, ob sie das als spitzenpolitikerin der grünen muss? muss angela merkel sich frauenspezifischen anliegen widmen? natürlich müssen sie es nicht, natürlich gibt es wichtigeres. aber wenn frau von der leyen, in deren politischen ressort frauenpolitik verankert ist, sich allein über familienpolitik und lachende kinder positioniert, wer tut es dann? ein mann?
vielleicht ist das die idee, für head turning moments im nächsten wahlkampf. ist so etwas vorstellbar, dass ein kurt beck, ein guido westerwelle oder selbst angie über die lohnunterschiede zwischen frauen und männer spricht, wie es beispielsweise obama tat? wenn frauenthemen mittlerweile in der popkultur heißer diskutiert werden als von weiblichen politikern, dürfen politiker dann überhaupt den mund aufmachen? es käme einem kleinen wunder gleich, wenn angela merkel ihren wahlkampf für einen weiblichen anstrich öffnen würde, doch liebe strategen: wer tut es dann? frauen sind die lieblinge der werbetreibenden, und wahlkämpfe, so wird nicht erst seit dem erodieren der klassischen konfliktlinien argumentiert, funktionieren in teilen mit dem einsatz von techniken aus der produktwerbung. ist es nicht paradox, für frauen alles pink zu färben, aber den wahlkampf nicht? es geht um jedes prozent, selbst wenn frauenpolitik nicht nur auf der gefühlten, sondern auch auf der realen agenda weit hinter benzinpreisen, bildung und heuschrecken rangiert.
die interessen von frauen und männern haben sich trotz der zahlen, die belegen dass frauen finanzielle unabhängigkeit wollen, dies umsetzen und sich als emanzipiert wahrnehmen, nur langsam angenähert. wahlkampf ist nicht ehrlich, wahlkampfversprechen sind so nachhaltig wie hennatatoos und ein bißchen schmutzig sollte wahlkampf auch sein. von daher könnte es ein großer spaß für alle beteiligten sein, auszuprobieren, welche themen abseits von rente, steuern, kindern und umwelt eigentlich noch das zeug haben die sonntagsfrage aus dem takt zu bringen. ein bißchen spinnerei darf sein, denn heute ist samstag - aber es wäre nicht nur ein herzzerreißend amüsanter dokumentarfilm, mit einem politischen amtsaspiranten auf wahlkampftournee für frauen zu gehen? denn gar nicht weitab von klamauk und politischer realität würde so etwas zumindest für eine zeit als sprachrohr funktionieren, das derzeit nicht existiert.

das interview mit frau künast verlinke ich sobald es online ist, solange schaut euch ihr interview ohne worte im sz-magazin an. mehr wegweiser zu texten fürs wochenende findet ihr heute abend oder morgen im recap bei knicken.


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dieser tage scheint alles einmal wieder so politisch, selbst im internet, dem tal der verdummung. denn aus dem nichts tauchte hubertus heil auf twitter auf, löste ein erschreckend breits mediales echo aus und im handumdrehen blinkt eine nächste e-mail in meinem posteingang mit der nachricht: nrw spd is now following you on twitter. ich warte derweil immer noch auf gerd. irgendwie vermisse ich ihn ja, nicht erst seit der unvergessenen elefantenrunde.

hier wird es bald hoffentlich nicht nur etwas mode-inspirierter, sondern auch politischer. zwar taucht hillary jetzt nur noch als randfigur im amerikanischen wahlkampf auf, aber hierzulande wird es im bereich faktor frau im wahlkampf definitiv auch noch spannend. andrea nahles ist da nur ein stichwort unter vielen. ähnlich der vorschnellen, wenig reflektierten und großspurigen art in der spiegel online heute hubertus heils erste schritte auf twitter verriss, werden politik-, kultur- und redakteuren für lifestyle, mode und frauen sicherlich auch für das thema 'weiber im wahlkampf', sei es nun als wählerin oder kandidat, texte aus der feder fließen.

wird angela merkel zu diesem zweipunkt twittern? hat sie bereits eine facebook-support-gruppe? müssen politiker erst in ein übungs-seminar, bevor sie den micro-blogging service benutzen dürfen? soll hubertus heil dpa-reife meldungen twittern und welche kriterien der professionalität muss er erfüllen? ich finde es eigentlich ganz angenehm, dass er so unbedarft an die sache herangeht, denn diese ego-gewichse, dass viele auf twitter für eine imaginäre fangemeinde produzieren, in stillem glauben an die krönung mit dem grimme oder besser noch dem bachmannpreis, bedürfte vielleicht auch mal einer kritik, einem ruf zur raison auf spiegel online oder einem geeigneteren medium.

hubertus heil kann man auf twitter selbst nachlesen, als kleine einstimmung ins thema frauen im wahlkampf gibt es hier dafür heute ein zitat aus hillarys gestriger rede, gefunden bei broadsheet.

"my mother was born before women could vote. but in this election my daughter got to vote for her mother for president."


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für cöster, für marius und für ratina z.
mehr illustrationen dieser art findet ihr bei byroglyphics.

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flanell, gepaart mit quadratischer formgebung, schwingt sich auch in diesem winter zu weiterer funktion auf als lediglich ein dasein als kuschlige picknickdecke zu fristen. bei majaco betritt der stroff im gegensatz zum großen bruder holzfällerhemd mit weiblichem anspruch die bühne. die berliner sind hierbei nur ein vertreter der liebe zum flauschigen tuch. watch out for more and find them here and at styleserver.

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es gibt tage, da freut man sich um so mehr so hübsche kinder wie diesen blog und knicken zu betreuen. zu anfang habe ich die texte ohne ein direkt adressiertes publikum geschrieben, und mich an der zusammenkunft holder wörter, sperriger satzteile und teils wirrer, teils heller gedanken erfreut. ein text für einen meiner blogs, ist in der endsumme ähnlich genugtuend wie das entstehen einer zeichnung auf ehemals weißem papier. die wahl der passenden bildsprache, das einfärben der liebreizenden vokabeln, die passende überschrift und die entscheidung im ton rational, sarkastisch oder vorlaut zu werden - ist ein prozess der mein herz mehr erquickt als shoppen. manchmal ist es sogar besser als ein biss in den nacken.
gezweifelt, zu welchem zweck ich die blogs umhege habe ich nie, denn schreiben ist stets auch selbstzweck und folgt nicht immer ökonomischem kalkül, dem blick auf karriere oder hat missionarische absicht. gezweifelt haben andere, die meine zeitliche investition in diese seiten im netz, so klein und unter vielen, stark in frage gestellt haben. genau diese leute haben blogs allerdings bis heute nicht verstanden.

es kann in deutschland immer noch eine weile dauern, bevor auch nur annähernd die hälfte der mediennutzer verstanden hat, wie blogs zu lesen, zu verstehen und zu nutzen sind. natürlich haben die leser keinen ausgereiften journalismus vor der nase, doch überall im netz lauern perlen ihrer gattung, und gute, auch durchaus persönliche blogs können das eigens selektierte menü medialer leckerbissen um sprünge reichhaltiger machen, ansprüche an stil befriedigen, wissensdurst stillen und sätze direkt an dein herz dirigieren.



dieses kleinod hier zu schreiben, hat mir mehr gebracht als jahrelanger zeitungskonsum und sporadisches fernsehen gucken. blogs zu lesen, zu schreiben, anzugucken und wieder zu vergessen, ist aktives mediennutzen mit starkem fokus auf dialog und diskurs, leidenschaftliches streiten, gemeinschaft und freundschaft. blogs sind keine digitale inszenierung die in virtuellen freunden resultieren; blogs make you go out there, meet people, get to know them and fall in love.

ich war in höchstem maße skeptisch, als ich über mahret zu einem blogger-treffen zur kopenhagener fashion week eingeladen wurde. ich, die ihren freundeskreis aus sorgsam selektierten männern speist, mit ihnen wohnt, lacht, feiert, knutscht, debattiert, deren beste freundin keine frau ist und die ihre letzten frauenzeitschriften mit sechzehn verbrannt hat. ich hatte also zugesagt, ein paar tage mit fünf anderen frauen, die fast ausschließlich über mode schreiben, im kopenhagener modezirkus zu verbringen.
2008 hatte eine weitere überraschung für mich bereit: ich traf an einem tag am gleichen ort fünf der smartesten, offensten, unkompliziertesten und liebreizensten frauen, die sich bislang in meinem radius aufgehalten haben. fashion-bloggerinnen - you heard me right.



hier also eine weitere noch nicht erkannte chance, die blogs inne wohnen: die klügsten köpfe. denn obgleich die blogosphäre - misst man diese an den deutschen blogcharts oder den nach medialer aufmerksamkeit lechzenden bloggestalten - männlich dominiert scheint, finden sich hier unzählige frauen, die etwas zu sagen haben. bloggen kann natürlich jeder idiot mit computer und notdürftiger rechtschreibung, einen blog hingegen zu etablieren, technisch und optisch umzusetzen, zugang zu inhalt und veranstaltungen zu bekommen, gleicht einem kleinunternehmen - in oben genannten fällen immer ein kleines mediumimperium gebaut auf den zarten schultern einer jungen frau.
würde ich nun ein eigenes unternehmen leiten, ich hätte berge versetzt um diese damen für meine zwecke einzuspannen. glücklicherweise kommen auch langsam andere menschen in den entsprechenden positionen auf diese idee. wer hätte mir letztes jahr geglaubt, wer kauft es mir heute ab wenn ich schreibe, ein mit herzblut geschriebener blog ist wohlmöglich eine bessere investition in deine zukunft als ein straight durchgezogenes studium, drei praktika in pr, medien und wirtschaft, oder dein lang geübtes, herbes auftreten um mit karriereglatter ausstrahlung zu überzeugen. ich erwähnte in einem post vor kurzem die frau, die das buch mit dem titel "the best plan for developing the leader you need" in der s-bahn las, ein buch, dass ich niemals anrühren werde. wenn man nun einen außerwöhnlich klugen kopf für eine mediale unternehmung oder etwas themenspezifisches sucht, ist es kein falscher ansatz zu schauen, wo und wie diese leute sich im netz bewegen und nicht zu fragen, welche seminare sie zu leadership-kompetenz besucht haben. das internet macht nicht notwendigerweise dumm, in den richtigen händen kann es ungemein bilden, befähigen und inspirieren.



in den weiten des internets wurde ich glücklicherweise auch kürzlich entdeckt und mein lobbyistendasein endete jäh, aber ohne eine einzige träne. mein herz hat auch heute ungemein gehüpft, als flannel apparel an anderer stelle durch den ausspruch "flauschiger girlism gedanke mit tendenz zur großkarriere" charakterisiert wurde. das schmeichelt, und komplimente prallen meist an mir ab, da ich meine karos hier und artikel unter dem dach von knicken immer noch als experiment betrachte, aber nicht als medaillenkandidat. wenn ich knicken und seine flauschige schwester allerdings als meine kinder bezeichne, dann habe ich vor kurzem meine große liebe getroffen. sie heißt freitag, und wird noch von sich reden machen. dort geht es auch um sprünge im netz, schöne worte und große gedanken. ich hoffe ihr schaut mal vorbei, wenn es soweit ist. ich habe mein hochzeitskleid schon ausgesucht, und eheliche kinder sind in planung. und selbst das war vor knapp einem jahr noch anders. kinder habe ich mir damals nämlich nicht gewünscht.

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die new york times und die tageszeitung gruben das mir wohlbekannte thema mal wieder aus der kiste: schaue ich als frau um mich herum, oder wage den blick in eine für mich konzipierte zeitschrift, gewinne ich oft den eindruck primär als willenloses werbeopfer wahrgenommen zu werden, auf das man schwungvoll pinkgefärbte werbeaktivitäten abfeuern kann.
der taz-artikel von wolfgang ullrich bringt elegant auf den punkt, was für biedere marketing-abteilungen, die glauben mit putzig pinken verkaufsstrategien die besten erfolge bei den deutschen frauen zu erzielen, noch ein immenses problem werden könnte. ein blick in auswertungen der letzten allenbacher markt- und werbeträger-anaylse genügt, denn dort wurde erst kürzlich in diesem feld eine klare sprache gewählt, und anschaulich dargelegt, dass die gruppe der frauen, die sich als emanzipiert wahrnimmt, wirtschaftlich unabhängig ist und einen großen finanziellen spielraum hat, stetig wächst. ob diese frauen sich weiterhin mit einem pinken rasierer abspeisen lassen, oder klassisch, zeitloses design bevorzugen (gibt es das bei damenrasierern überhaupt?), ist leicht zu beantworten. das sz-magazin behandelte eben dieses theman vor einigen monaten in okka rohds text: "winzig, putzig, schaurig".
einen anderen aspekt der starken ausrichtung von werbemaßnahmen auf frauen beleuchtet der new york times artikel "woman to woman, online": hier beschreibt claire cain miller eine entwicklung, die unter anderem glam media nach deutschland tragen möchte: frauen-websites und blogs werden zu einem großen werbenetz zusammengeschlossen und vermarktet, was für die autorinnen sicherlich einen gewissen ökonomischen reiz bietet, publizistisch die frauenmedien hingegen kein stück voran bringt. so schreibt auch miller:

"to the disappointment of some women who want sites that focus on serious issues like politics, advertisers are not interested in every kind of content. they gravitate to the tried-and-true topics of women’s magazines: fashion, beauty, celebrities and love life.
so do the readers. "time and time again, women are happy to see their relationship with their food, their clothes and their relationships externally manifested in entertainment and how-to content," said lauren zalaznick, president of nbc universal’s women and lifestyle entertainment networks, including ivillage."


dies scheint lukrativ, ich halte trotzdem dagegen, das die strategie, websites mit fokus auf den oben beschriebenen frauenschwerpunkten: fashion, beauty, celebrities, love life - and of course: diet & weight loss - keinen langfristigen erfolg versprechen kann, wenn man die entwicklungen des weiblichen selbstverständnisses und der erwerbsquote betrachtet.



deutschland als republik, dominiert von blonden mädchen mit zöpfen und pastellfarbenen rüschenkleid, zu verstehen, kann nicht die antwort auf erfolg im hart umkämpften werbemarkt sein. ein flüchtiger blick zu den nischenzielgruppen, die schon lange nicht mehr über mainstream-medien erreicht werden, ist vielleicht erster ansatz für die strategen mit der rosa-roten brille.
in diesem zusammenhang empfehle ich zwei weitere texte, erschienen bei jezebel und broadsheet, die sich kritisch damit auseinandersetzen, dass frauen im sprachgebrauch, in popkultur und werbung, weitaus häufiger als mädchen bezeichnet werden, anstatt von frauen zu sprechen. hier geht es zum text von jezebel und zum broadsheet-kommentar gelangt ihr über diesen link.

broadsheet, jezebel, xx-factor oder auch die kolumne von camille paglia sind exzellente webangebote, die schon längst für den deutschen markt hätten adaptiert werden müssen, denn sie bedienen fraueninhalte mit publizistischem fokus, erkennen das weibliche interesse an politk, wirtschaft und forschung, und platzieren nicht dünne texte inmitten blinkender anzeigen. ich bin gespannt, wer sich diesem auftrag annimmt, und wann. solange ist es von vorteil englisch zu sprechen und zu verstehen. für diejenigen, die die seiten noch nicht kennen, folgt nun eine (viel zu) knappe beschreibung, die ich fürs aktuelle face-magazin geschrieben habe.

www.jezebel.com
jezebel ist ein blog mit vernehmbar feministischen beiklang ohne dabei an witz und sexappeal zu verlieren - das lifestylemagazin für scharfsinnige frauen, die auf mode und klatsch nicht verzichten wollen, aber auf die verschleierte sexistische agenda klassischer frauenmedien getrost verzichten können.

www.theonlyglitterati.com
marlowe hat “the strongest weapon in the world is the teenage girl” zu ihrer maxime gemacht, und sie weiß dieses waffenarsenal für ihre anliegen zu nutzen. was zunächst als groupie-tagebuch anmutet, entpuppt sich als goldgrube der besten fotostrecken und interviews mit den bands, die mtv in zwei jahren hypen wird.

camille paglia im salon
camille paglia ist eine der von feministinnen am meist gehassten feministinnen, die ihr mitunter frauenfeindlichkeit vorwerfen während sie dem mainstream-feminismus unterstellt, junge frauen in eine opferrolle zu drängen. für den salon schreibt sie vorwiegend über politik.

broadsheet
salon's frauenblog springt in eine nische, die in deutschland immer noch unentdeckt ist. als allumfassendes frauenmedium verzichtet sie weder auf politik- und wirtschaftsthemen, noch auf die männer. broadsheet glaubt nicht nur, dass männer unverzichtbarer bestandteil aller debatten um frauenfragen sind, sondern hat selbstverständlich eben diese in redaktion und leserschaft integriert.

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ich liebe diese frau und ihre stoisch-schöne gefolgschaft, und mädels, von ihnen könnt ihr lernen. wie diese drei schönheiten im berliner tape spielend leicht unzählige männer und frauen in der hand hatten, die ihre blicke nicht abwenden konnten und triefend nass und göttlich erleuchtet das konzert verließen, war für mich ein wertvoller feministischer wink. von santagold lernen heißt in diesem falle wohl eher zu verstehen: hier regiert talent und berufung; eine mission und rolle stehen für jeden bereit. if you're not born for dominating a dancing crowd, why try? santi white ist für diese aufgabe definitiv geboren.
hingegen sah ich gestern in der s-bahn eine junge frau in der u-bahn, die ihre augen auf ein buch mit dem titel "the best plan for developing the leaders you need" gerichtet hatte. natürlich impliziert dieser titel: the leaders within you. denn wenn frauen, nachdem sie zuhause und in den folgenden bildungseinrichtungen bis in die frühen phasen des studiums gelernt haben ein 'mädchen' zu sein, prallen sie unverhofft hart mit wirtschaftlicher realität zusammen, die sich wundert, warum frauen seltener in führungsrollen aufsteigen oder überhaupt den wunsch entwickeln dorthin zu gelangen. literatur, die nachträglich den führungsgeist und dominantes auftreten in frauen wecken soll, sieht an dieser stelle aus wie hohn. aber um diese sich später selbst auf die füße fallende bildungspolitik und erziehungsleitlinien geht es hier nur am rande, und zu betonen, dass eine als weiblich bezeichnete art der führung und die qualitäten von frauen zu unrecht unterschätzt werden ebenfalls überflüssig. zunächst ist es einfacher mit dem zu arbeiten, das für eine rolle und aufgabe befähigt. wozu sollte man sich charaktereigenschaften aneignen, die eine definition unter 'leadership' fasst und als der königsweg zum erfolg betrachtet wird, wenn dies entgegen des eigenen charakters läuft. wer sich duckt um für einen klassischen weg der beruflichen karriere seine natur aufzugeben, betrügt sich selbst - und das so etwas weder befriedigend noch maximal effizient sein sollte, bedarf auch keiner langen erklärung.

ein besuch eines santogold konzertes kann im sumpf erdrückender erwartungshaltungen heilsamer sein, als ein stapel psychologisch-wirtschaftswissenschaftlicher fachbücher. bei santi white scheint es, sie hätte sich von ihrem talent leiten lassen. darin liegt dann vermutlich auch der schlüssel, andere zu begeistern. develop yourself as the leader others need, beschert wohl lediglich die ersten grauen haare.

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sprüche-shirts sind ein delikates unterfangen, denn sie erfordern feingefühl, charme und verstand. die mehrzahl der für sich sprechenden hemdchen, die auf deutschen straßen zur schau getragen werden und gerne als urlaubssouvenir in die heimat eingeführt werden, schlagen oftmals unterhalb des gürtels zu, sind sexistisch, prollig oder entwaffnend dumm. in den seltensten fällen kleidet so ein t-shirt seinen besitzer zu dessen vorteil.
in meinem schrank wohnen einige bandshirts, die ich aber meist nur als nachthemd benutze, obwohl man sich für ein smashing pumpkins 'zero' shirt im raglan-style und meiner größe eigentlich nicht zu schämen braucht. mein erstes eigenes shirt mit einer phrase erwarb ich dann diesen april auf dem konzert der teenagers, saying: being a teenager is not a crime. diesen kauf tätigte ich aber auch eher, um aus glasgow etwas mitzubringen. eine identifikation mit diesem spruch besteht - zumindest zum jetzigen zeitpunkt- nicht. das shirt kam für mich ein knappes jahrzehnt zu spät. das zweite mit großbuchstaben verzierte kleidungsstück, das dieses jahr den weg in meinen besitz fand, ist das i eat food shirt, für das ich mir immer noch keine finale geschichte zurechtgelegt habe. die essstörungsproblematik braucht aus meiner sicht keine gesteigerte aufmerksamkeit. die initiative der bundesregierung ist wie so viele andere aktionen scheinpolitisch, und vielleicht hätte sie vor diesem aktionismus mit betroffenen sprechen sollen, und nicht die anklage gegen modeindustrie und medien ohne viel zu denken übernehmen sollen. wer hier die lösung sucht, wird an den mageren antworten selbst verhungern.

nun flatterte heute eine mail von einer mir unbekannten firma in mein postfach. werbemails kann ich nicht ausstehen, doch siehe da: diese hatte ihre berechtigung und war ein kleiner lichtblick in diesem verregneten nachmittag. i love boxie designen schlichte weiße, wortgewandte sprüche, die man ohne scham tragen kann. einige exemplare gehören sogar mit rahmen und passepartout an die wand.

moxie beschreibt ihr motivation diese t-shirt-linie zu machen folgendermaßen: "i used to go out with a t-shirt maker. when we broke up i wrote 237 pages saying goodbye. he made a t-shirt saying the same. the t-shirt was better."

die wurzeln kreativer ideen liegen oftmals im schmerz. wäre ich nicht gerade bester dinge, wäre flannel apparel ein news-ticker. there'll be times. und sollte mich das schicksal meines lieblings-shirts der kollektion half a conversation ereilen, wird mein blog durch die decke gehen. das shirt sagt voraus:

hey,
you and i
are going to have
a big
love affair
and it won't work
but somewhere in
the middle
my god, we tried


die komplette kollektion findet ihr nach dem klick, weitere informationen zu i love boxie gibt es auf ihren webseiten und im untenstehenden video.


t spoke 23 from moxie dalston on vimeo.

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'jenseits des penisneids', ein text von christian gampert erschienen in der wochenzeitung freitag, empfehle ich euch als lektüre zur sonntagnacht. gampert gewährte kurze einblicke für all diejenigen, die nicht persönlich bei den ausstellungen von cornelia schleime in der kunsthalle tübingen, von elke krystufek im ulmer museum und bei der bereits angekündigten ausstellung female trouble in münchen vorbeischauen können.



mein liebstes berliner museum, die berlinische galerie, zeigt derzeit ebenfalls die werke einer starken frau. gemeinsam mit dem verborgenen museum werden hier die fotografien von frieda riess zur schau gestellt und die reihe "europäische fotografinnen" fortgesetzt.

"die riess"
das verborgene museum in der berlinischen galerie
www.dasverborgenemuseum.de
alte jakobstraße 124-128
10969 berlin-kreuzberg

6. juni bis 20. oktober 2008

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um mein flauschiges kind hier kümmere ich mich derzeit nicht so gut wie um meinen musikalischen zögling knicken. umso überraschter war ich, als mahret von f&art mich dazu einlud, den launch des neuen blogs two for fashion, den sie als eine von zwei autorinnen betreut, mit einem besuch der copenhagen fashionweek zu feiern. der name flannel apparel ist zwar zunächst modisch inspiriert, doch davon abgesehen, dass jan, knicken's daddy, und ich bei einer unserer kitchenstories-stunden die berliner unart auch über zierliche mädchenkörper ranzige holzfällerhemden zu streifen in die idee ummünzten, aus diesen stoffen lingerie zu entwerfen, widmet sich mein zweites blog eher selten der welt der mode. einen ausführlichen text zu flannel apparels vorrangigen inhalten findet ihr im fitting room.

warum dieser kurztrip in die dänisch haupstadt als embedded journalist, oder trefflicher formuliert: als embedded bloggette, sich für mich als eine der besten entscheidungen dieses jahres herausstellte, bringe ich in den kommenden tagen noch auf das virtuelle papier. kleine reiseberichte und vor allen dingen berichterstattung zum geschehen auf der kopenhagener fashion week findet ihr bei meinen mitreisenden zauberwesen: mahret, die ihr eigenes blog f&art sowie seit kurzem das corporate-blog two for fashion schreibt, judith von what's wrong with the zoo, die wie lisa von la lila aus hamburg stammt, lea von lealoves, die mit mir das schicksal teilte bei nicht völliger schwindelfreiheit im 26. stock eines kopenhagener hotels zu wohnen, und als sechste im bunde mary von pudri und stil in berlin. ihr sei das bild von butterflysoulfire gewidmet, denn das oben abgebildete kleid führte sie zum allgemeinen entzücken durch kopenhagen spazieren; als kariertes stoffstück passt es zudem zum konzept dieses flanell-fanzines.

eine umfassende liebeserklärung an die herzdamen der deutschen fashion-blogs folgt hier in bälde. farvel.

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da ich es nicht mehr schaffe eine vorankündigung zu schreiben, informiert euch bitte bei der mädchenmannschaft über femmes 'r' us - feminism in pop, art, music and film today, und das hip hop-festival we b*girlz. beides sollte nicht nur für frauen spannend werden. zur panel-diskussion hip hop girlz meet alice schwarzer, die am samstag abend in kreuzberg statt findet, bin ich dann frisch aus kopenhagen - verwöhnt und gepeinigt mit dem anblick von dänischen fashion impulsen und knochigen models - vermutlich selbst zu gegen.
wer beim namen alice schwarzer einen feministischen overkill befürchtet, sollte sich die website von we b*girlz unbedingt genauer ansehen. unter anderem ist ein hip hop film-festival bestandteil der veranstaltung, die den gesamten august über läuft. dort laufen auch klassiker wie wholetrain. außerdem gibt es jede menge workshops, konzerte und ein dance off.

die ausführlichen programme findet ihr bei femmes 'r' us und we b*girlz.

hip hop, hip hop, hip hop that's what she wants.

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