Julia Zange schreibt mit Palette und Pinsel. Gemalte Gedanken in gedeckten, satten Farben verbergen sich unter dem mädchenhaften Einband ihres ersten Romans. Auf dem Einband begrüßt ein Eislöffelchen aus zartpinkem Plastik den Leser: Verführerische Kost, eine frostige Großstadt, die Geschichte garniert mit einem Ausflug in die süße Surrealität, in der die Laster lauern. Die junge Autorin Julia Zange zeichnet in ihrem Erstlingswerk eine pastellfarbene, lieblich scheinende Welt. Ein abgeleges Gehöft bewohnt von knabenhaften Müttern wird zu einer kontrastierenden Zufluchtstätte für ihre Romanfigur Loretta, als diese mit ihrem Baby Stadtflucht begeht. Die fragile Konstellation aus Porzellanpuppe, gepudertem Säugling und dem dazugehörigen Vater veranlasste Loretta zum Ausbruch aus der Utopie des jungen Familienglücks. "Die Anstalt der besseren Mädchen", fernab in der Idylle, verspricht keine Genesung von der Last Lorettas' gescheiterten Versuchs erwachsen zu werden. Gleichsam klein, blond und problematisch – der Typ Mädchen, auf den der Vater ihres Kinder immer hereinfällt - kehrt sie zu dem verzweifelt wartenden Malte zurück. Weiterhin gehüllt in einen klebrigen Mantel aus Kindlichkeit, mit ihrem viel zu schönen Kind. Zurück zu artifizieller Erotik im Ehebett, fernab von der Fantasie, einen Jungen auf dem Eisbärenfell zu ficken.

Julia Zange lebt derzeit in Berlin und studiert dort an der Universität der Künste Gesellschafts- und Wirtschaftskommunikation. Ich habe mit ihr über ihr erstes Buch, Flanellhemden und Familienidylle gesprochen. Das vollständige Interview könnt ihr in der Februarausgabe von BLANK lesen. Ein Stil-Interview mit Julia findet ihr bei Les Mads.


In Berlin liest sie am 18. Februar in der Coma Galerie .




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