Modefotografie, Modejournalismus, Frauenzeitschriften, Models und Stil in der DDR - darüber spricht Sibylle Bergmann, die ihre Fotografenlaufbahn in 1967 in der DDR begann, im Interview beim Freitag. Für mich ist das ein gänzliches neues Terrain und äußerst interessant. Denn wie realisiert man Shootings, wenn der Zugriff auf Kleidung begrenzt ist? Was prägt den individuellen Stil? So war in Bergemanns Augen die DDR nicht schick, aber kreativ.

"Worum ging es in einem Frauenmagazin wie Sibylle außer Mode?
Sie hieß ja „Zeitschrift für Mode und Kultur“ und in ihrer großen Zeit fanden sich auch viele kulturelle Stücke. Natürlich gab es aber auch Kosmetiktipps oder Frisuren, aber eigentlich ging es darum, Frauen zu zeigen, was zur Zeit angesagt ist. Wir haben uns immer mit Händen und Füßen gegen den Vergleich mit der Brigitte gewehrt, so hausbacken waren wir lange nicht. Unsere Vorbilder waren Marie Claire und Elle.

Klingt nach einer bunten Seite der DDR?
Ich fand die DDR auch nicht grau. Vor allem innen drin nicht."

Das vollständige Interview mit der Gründerin der Agentur Ostkreuz findet ihr hier. Ebenfalls widmete die faz Sibylle Bergemann vor kurzem den Artikel Mode ohne Filter.




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2 Comments:
Anonymous cr said...
Es gab mal eine Kandidatin bei Project Runway die ebenfalls aus der DDR kam. Fand ich ganz spannend. Ich bin ja auch teiweise im Osten aufgewachsen und merke aber immer noch wie Mode kein teil des bewußtseins ist.

Blogger blica said...
"...Mittendrin steht schweigsam eine zarte Frau in grauem Hosenanzug. Sie ist der Anlass des Empfangs. Und doch wirkt sie, als sei sie aus Versehen in eine falsche Veranstaltung geraten und finde den Ausgang nicht." (aus dem Faz-Artikel), hat mich ziemlich angerührt, einige aussagen in deinem freitag-interview ebenfalls.
empfehle wärmstens das buch "sibylle- modefotografie aus drei jahrzehnten." hab das schon so lange und schau immer wieder gerne rein.

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