Wir sind schon ein schräges Paar: er der Poet, ich die Bloggette. Doch weder die Verwurzelung in einer anderen Art von Bohéme noch ein erstes, umwerfend schönes graues Haar sollen Grund geben, einander verlegen anstatt verrückt zu küssen. Verwundernswerter mag für den emanzipierten Beobachter dieses Blogs erscheinen, dass jemand, der mich unter anderem umgarnen konnte, weil ich zu Weilen dem chauvinistischen Charme erliege, zu meinen größten feministischen Förderern zählt. Anstatt also nun mein Geburtstagswochenende hedonistischem Hallodritum zu widmen habe ich ja, irgendwie nicht nur für mich, für die Frau und fürs Blank, sondern auch für ihn einen feministischen Text geschrieben, der in Kürze in die Druckpresse geht.

Dies ist ein kleines erstes Zitat aus den Zeilen, die nach dem "neuen" Feminismus Ausschau halten: "Es ist bezeichnend für den Stand der Emanzipation und den Rückschritt den diese beschreitet, dass von Redakteurinnen geführte Blätter die Darstellung der Frau als ganzheitliches Geschlecht nicht vollbringen, sie nicht auskommen ohne Modestrecken mit Mannequins, deren Knochigkeit Sex und Vernunft entbehrt, sie die Beschränkung der weiblichen Interessen auf Haute Couture, Beauty, Innenarchitektur und Diät nicht vermögen aufzubrechen, ohne sehnsüchtigen Blick nach Hollywood und Traumspiel des Horoskops nicht auskommen." - ganz richtig: bis die Missy kam.

Für die zweite Ausgabe des Blank Magazins, druckfrisch in der Auslage ab Ende März, habe ich etwas getan, vor dem ich mich seit Monaten drücke: Ich habe studiert. Die Missy, den ihr zugrude liegenden Popfeminismus und welche Kraft er durch diese Bereicherung des deutschen Zeitschriftenmarktes entfalten kann, oder auch nicht. Konstruktive Kritik, ist das Wort. Weiter fragen der nächste Schritt.

Männer und Mode könnte ich bei all der Theorie nicht vergessen: Sie treten gemeinsam als 'softes' Thema auf. Ich erzähle von düsterne Drachentötern, mit Diadem im Haar, wallender Schleppe, Paillettenweste und modernen Monarchen.

Die Prinzessin treibt einem Mädchen auch das feministische Herz nicht so schnell aus.





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