Would that make me a bad feminist? - oder, wie sexuell freizügig darf ich denken, schreiben, sein, um mich Feministin nennen zu dürfen? Dürfte ich die folgenden Ansichten vertreten, zitiert aus dem wunderbaren Interview mit einem älteren, schwulen Paar im jüngsten SZ-Magazins?

Heterosexuelle Paare versprechen sich immer noch Treue, bis dass der Tod sie scheidet. Gilt das Gleiche auch für Sie?
Günther: Ich finde es unmenschlich, dass sich jemand dazu verpflichten soll, nie wieder mit einem anderen sexuelle Träume erleben zu dürfen. Je mehr diese Dinge in Absprache liberal gehandhabt werden, desto größer die Chance auf ein beständiges Zusammenleben.

Hatten Sie beide jemals Sex außerhalb Ihrer Beziehung?
Günther: Ja. Ich glaube, ein Punkt, in dem sich homosexuelle von heterosexuellen Ehen erfreulicherweise unterscheiden, ist, dass ein sexuelles Erlebnis außerhalb der Beziehung keine Katastrophe darstellt. So etwas gehört zum Alltag und muss nicht zum Bruch führen.

Haben Sie Regeln untereinander vereinbart?
Kaine: Jeder von uns hatte immer die Erlaubnis, einen Tanz außerhalb der Reihe zu tanzen. Aber dadurch, dass es nicht verboten war, kam es auch nicht oft vor.
Günther: Mein Neffe hatte einen One-Night-Stand und hat es seiner Frau erzählt. Jetzt droht die Ehe an dieser Lächerlichkeit zu zerbrechen. Ich finde es traurig, dass man wegen so etwas gleich das große Ganze in Frage stellen, ja ruinieren kann.

Wäre diese sexuelle Freiheit etwas, was heterosexuelle Paare von homosexuellen lernen könnten?
Ein entschiedenes: Ja! Wenn es eine Botschaft von uns gibt, dann ist es diese.


In der amerikanischen Frauenbewegung geht es derweil hoch her. Feminismus, ja bitte. Aber bitte keine sexuelle Freizügigkeit, kein Alkohol, nichts, was sich nicht für eine Frau gehört. So wird selbst des unsägliche Vorwurf wieder auf den Tisch gezerrt, dass Frauen, die sich nicht damenhaft verhalten und ihre Sexualität anders ausleben, als diese züchtig in Abstinenz oder eheliches Schlafzimmer zu verbannen, Vergewaltigungen provozieren würden.


Jaclyn Friedman writes that I "said that the bloggers at Jezebel need to accept that they may be raped if they’re going to insist on being such public sluts."

aber: "You know what else is a feminist choice? Refusing to do the work of the patriarchy. So if refusing to police my own sexuality and blaming rapists for rape in all circumstances makes me a slut, then I wear the name proudly."

Read more at doubleX sowie die deutsche Übersetzung eines Guardian-Artikels beim Freitag, der sich mit den Streitigkeiten zwischen den Online-Plattformen jezebel.com und doubleX auseinandersetzt.


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7 Comments:
Anonymous Frank said...
glaub mal, das mit der sexuellen freizügigkeit in homosexuellen beziehungen ist auch ein ganz schönes märchen. bei manchen scheint es zu funktionieren, angeblich. aber schwule männer reagieren genauso verletzt darauf, wenn ihr partner mit jemand anderem sex hat, wie frauen.

Blogger teresa m. buecker said...
Hey Frank,
das sollte auch keinesfalls unterstellt werden, ist aber sicherlich die wahrnehmung, die auch durch dieses interview verstärkt wird. und ich mochte die passagen unheimlich und hätte dies auch getan, hätten die zeilen von einem heteropärchen gestammt. ich denke es funktioniert für manche paare, und diese lebensweise sollte nicht verdammt werden. genau so sollte eben nicht verdammt werden, wenn junge feministinnen über ihr freizügiges sexualleben sprechen. das ist eine individuelle wahl, die jeder für sich treffen kann, und die unabhängig davon ist, für was er sich gesellschaftlich oder politisch engagiert. eine bessere brufliche gleichstellung von frauen kann völlig unabhängig davon diskutiert werden, ob diese frauen monogam leben wollen oder nicht.

liebegrüße
tessa

Blogger Lara Natascha said...
mir gefällt dein blog!
super!

Anonymous Hekate said...
Ich frag mich bei diesem Interview, warum ein älteres schwules Ehepaar für die "Homosexuellen" spricht. 1. sehe ich mich nicht als "Homosexuelle", sondern lesbisch und 2. frag ich mich, wieso die zwei sich nicht einfach über deren eigenes Sexverhalten/-leben äußern, anstatt für alle Schwule und obendrein auch noch für Lesben. Reichlich unverschämt.

Und Julie Bindel spricht mir aus der Seele, was das Thema schlechte Feministin angeht.

OpenID femininelesbians said...
Das Problem mit dem Süddeutsche Interview ist, dass es sich um zwei homosexuelle Männer handelt. Ein Artikel in dem gleichen Maganzin über Frauenliebende Frauen war in einem gänzlich anderen Ton gehalten. Da war nichts von lebenslanger Paarbildung die Rede, sondern eher so: Ein bisschen bi schadet nie, und nur wenn man jung ist und dann wiederbrav zu den Männern zurückkehrt und so, sehr diskriminierend das Ganze. Nun wie dem auch sein, jedenfalls ist eh eher problematisch nicht zwischen Männern und Frauen zu differnzieren. Und über die sexuelle Freizügigkeit und wie diese aussehen könnte, haben wir uns auf unserem Blog auch mal Gedanken gemacht.

http://femininelesbians.wordpress.com/2009/05/30/weibliche-monogamie/

Blogger teresa m. buecker said...
danke für den linktipp. *t

Blogger Miss Harrcore said...
Sehr guter und interessanter Beitrag.

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