
die zeit verging wie im flug, doch nach fünfzehn
fleischlosen jahren habe ich zugeschnappt. in beaune. das fremdgehen im ausland zählt nicht, noch viel weniger wenn der eigene freund der verführer war. die charolaisrinder im nachbarland machen den eindruck, als grasten sie ihrem ende auf dem teller gelassen entgegen. weiß und unschuldig im satten grün, ich nun: ein beschmutzer vegetarier. vielleicht werde ich mit dem thema fleisch also in zukunft noch ein hühnchen rupfen. anlass gab mir zumindest das gänse-essen, das mir vergangenen samstag das erste mal
angst vor dem alter bescherte. das fleisch des federviehs spielt dabei eine nachgeordnete rolle, vielmehr beschäftigt mich der abend, da er auf mich wirkte wie eine episode in einer reihe von abschiedsfeiern an die jugend, die die rundum sitzenden gäste begingen. fleischeslust nur noch für geschmacklose designeroben, auf der seite der herren für alles, außer der eigenen frau. vielleicht braucht man das saftige tier wieder zwischen den zähnen, wenn die ödnis von festanstellung und ehe beginnt am verstand zu nagen.
bis das letzte wochenende ins reine geschrieben ist, möchte ich auf eine andere fleisch-kolumnisten verweisen, die neben kleinen, bissigeren texten eine große reportage über die porno-industrie in kalifornien schrieb. ein
appetitzügler, gerade richtig für die adventstage, von susannah breslin:
they shoot porn stars, don't they?
Labels: fleisch, gesellschaft, porno
und eine ähnliche erfahrung, bzw stimmung hatte ich nach 7 jahren fleischlosigkeit. Für mich gabs damals ente.