credits for all pictures: bryan schutmaat - western frieze

Meine erste Hochzeit begab sich im Garten meiner Eltern. Eine Gardine aus der Karnevalskiste verschleierte die kleine Braut. Zwei Wochen später wurde ich eingeschult. Mein zweiter Eheschluss folgte mit 23 und war durchaus ernster, obgleich ohne Brautkleid, ohne Pfarrer, und ohne Gäste. Ein Klick und der Ring saß am Finger. Ich stellte meinen Beziehungsstatus in meinem StudiVZ-Profil auf verheiratet. Der Überfluss an Oxytocin in meinen Adern ließ mich glauben, dieses Mal sei es für immer. Aber noch mehr schwingt mit als ein impulsiver Glücksmoment, wenn junge Menschen in sozialen Netzwerken ihrer Beziehung virtuell Gewicht verleihen. Die Preisgabe im Internet, ob der Herr oder die Dame Single, in einer Beziehung, verheiratet oder geschieden sind, ist Selbstdefinition, dient der schmerzlosen Kommunikation und ist nicht zuletzt ein Status, sondern oftmals Statussymbol.

„Du hast geheiratet?“ Natürlich hatte ich das nicht. Auch die Umstellung des Status von vergeben auf Single muss im Netz nicht bedeuten, dass die Beziehung am Ende ist. Zu den schier unbegrenzten Möglichkeiten sich im Social Web ein eigenes Ich nach Maß zu stricken, tritt die Möglichkeit Beziehungen neu zu definieren und mit vertrauten Menschen zu kommunizieren.

Den roten Teppich für die Bekenntnis zum Liebeslebenswandel haben die sozialen Netzwerke selbst ausgerollt. Obgleich die von jungen Menschen genutzten Netzwerkangebote nicht explizit der Partnersuche dienen, sonder zunächst auf den Wunsch zurückgehen, sich in den schon existierenden Freundeskreis nun auch im Web einzureihen, enthält das Formular zur Selbstdarstellung stets die Möglichkeit, etwas über die sexuelle Orientierung und den Fortschritt auf dem Weg zum Hafen der Ehe anzugeben. Die Nutzer haben die Formularvorgabe schnell von dem spröden Charme der Steuererklärung und Auskunft über die Paarungsbereitschaft befreit und sich zu eigen gemacht. Die Angaben zu Beziehungen sind für statistische Erhebungen uninteressant, da sie im Netz in vielen Fällen eine andere Sprache sprechen. Das Vorhandensein eines Partners auf einer Profilseite mag nur Schutz vor ungewollten Anfragen sein. Bei Facebook heiraten die besten Freundinnen einander, als Ausdruck starker Freundschaft, aus Sorge um das leere Feld. Was wir im Netz über Zwischenmenschliches berichten und wie wir mit Partnern kommunizieren, eröffnet ein neues Feld für die Beziehungs- und Kommunikationsforschung.


Eine breit akzeptierte Umgangsform mit dem Beziehungsleben hat sich in sozialen Netzwerken noch nicht etabliert. Schon die Haltungen gegenüber der Eintrittsfrage: „Äußere ich mich dazu, ob und in welcher Art von Beziehung ich lebe?“, wird völlig unterschiedlich bewertet. Für wen eine intim gelebte Partnerschaft von hoher Wichtigkeit ist und diese sich im kleinen Kreis zweier Menschen bewegen soll, mag von vorneherein auf die Angabe verzichten. Nicht jedem Aspekt des eigenen Lebens muss Virtualität verliehen werden: „Meine Freunde wissen doch, dass ich einen Freund habe und kennen ihn. Wozu sollte ich das ins Netz stellen?“ Doch was für den einen die Diskretion des Glücks bedeutet, kann für den anderen verletzend sein. Ein Nicht-Bekenntnis zur besseren Hälfte im Netz kann als Nicht-Bekenntnis zur Beziehung im Alltag gewertet werden; eine Aufwertung des Beziehungsstandes von in a relationship zu married mag den anderen bedrängen; und was passiert eigentlich, wenn man sich ganz oder vorübergehend trennt? Ersetzt heutzutage die Löschung des Ex per Mausklick das über eine Trennung Hinwegkommen in Rekordzeit? – Das Web schwenkt seine soziale Fahne: Das Miteinander leicht gemacht. Bisweilen bedarf es kurz nach der Statusaktualisierung klärenden Worten im direkten Austausch. Die Kommunikation über und mit der Beziehung ist ein Tanz auf dem Glatteis – zumindest, wenn der Partner mitliest.

Das netzbasierte Beziehungsmanagement geschieht nun aber nicht nur in den vier Wänden der eigenen Profilseiten, sondern in den viele Ecken des Social Web. Es betrifft neben dem Partner nicht nur den besten Kumpel oder die große Schwester, sondern mehrere Dutzend Freunde, Bekannte, vergessene Schulkameraden und Kollegen. Doch ganz anders als die Selbstverständlichkeit, kompromittierende Partyfotos nicht im Netz zu teilen, sollten Zeilen zur Liebe oder zur Einsamkeit kein Tabu sein. Dass wir uns daran gewöhnen Erlebnisse, Gedanken und in Worte gefasste Gefühle nicht gezielt mit einer Person zu besprechen, sondern offen für den Kreis der Freunde im Netz zur Kommentierung freigeben, bedeutet keine generelle Verflachung von intensiven Freundschaften, sondern ergänzt diese mit Menschen, die einander digital besser kennen und verstehen lernen. Egal ob Freude oder Frust, ein Tippen des Gemütszustandes ins Netz ermöglicht ein kleine Abbitte, auch wenn ansonsten jeder schläft. Ein rührend geschrieben verliebter Gedanke mag seinen Weg ein Stück weiter ins Netz beschreiten, zu Tränen rühren, Ablehnung erfahren, flüchtig am Leser vorbeirauschen. Das in Tinte getränkte Tagebuch schweigt im Dunkeln auch Tage später.


Gehören Gefühle in die Weiten des Netzes? Sie tun es, denn auf digitalen Bahnen muss weitaus mehr statt finden, als Nachrichten- und Informationsfluss, um die Kanäle lebendig zu halten. Twitter fand seinen Weg in die öffentliche Wahrnehmung und Medien außerhalb des Internets, als der Journalismus begann den Wert des Microbloggingdienstes als Nachrichtenquelle und Recherchemöglichkeit zu entdecken. Doch ein Großteil der ins Web gesandten Kurztexte informieren nicht sachlich, sondern sehr persönlich. Zum Strom der Nachrichten und Meinungen gesellen sich Gefühle, Begegnungen und Dialog. So überrascht es nicht, dass die Umarmung des getickerten Lebens aus der Ecke der schreibenden Zunft vorangetrieben wird, die aus dem Verständnis ihrer Berufung heraus seit jeher mehr Emotion und Wortgewalt in Texte schossen, als die Journalisten: Schriftsteller.

Jeder Mensch ein Wortkünstler; jeder verliebte, jeder verlassene Mensch ein Autor, der seine Tweets mit Herzblut pflanzt. Nähert man sich einer Typologie der Akteure im Social Web, die es mit Liebesbekundungen, Kinderwünschen und den resignativen Seufzern der Langzeitsingles befüllen, fällt schnell auf, dass die Literarizität dieser meist kurzen Auswürfe begeistern kann. Für den Liebsten, für den Ex, werden die Tasten weichgeklopft. Aber mehr noch: der sprachliche Anspruch ergänzt die Erklärung des freigiebigen Erzählens um ein weiteres Element: Neben das Herzklopfen, das mit loser Zunge schreiben lässt, tritt die erzählerische Perspektive des Absenders, der seine Liebesgeschichte als Fortsetzungsroman in 140 Zeichen oder Blogeinträgen verfasst. Partner und Selbstbild flüchten sich in die dritte Person, sprechen lauter, sprechen freizügiger und treten auf unter Namen, die sie als Figur inszenieren, anonymisieren und austauschbar machen. Der Mann, der Begleiter, Frau X und der Ex. Die Wahrung der Identität hinter abstrakten Begriffen beruhigt das Gewissen des freigiebigen Autors und gewährleistet zudem die Unendlichkeit der Geschichte: die nächste Frau, wird wiederum „die Frau“ getauft.

Doch der Roman unseres Liebeslebens verwischt die Grenzen zwischen Fakt und Fiktion noch weit reichender, als es die Darstellung des eigenen Ichs im Netz bisweilen tut. Das Biotop der Beziehung kann nach Belieben fernab des Tatsächlichen bespielt werden, ohne Herzen zu brechen. Dies aber ist vorrangig der Fall, wenn der Partner das Netzwerk der Wahl entweder gar nicht oder wenig intensiv nutzt, oder erst noch gefunden werden will. Direkt adressierte Liebesbekundungen sind selten und verlaufen zumeist über private Bahnen. Die Erklärung der Liebe geschieht vor den Augen der mitlesenden Netzbewohner oft indirekt. Das verklärt verliebte Grinsen, das ein frisch in den rosa Schleier getauchter Mensch nicht verstecken kann, wird ungehemmt ins Netz geschrieben. Eine Ausformulierung des Glückes zu zweit, als würde jede weitere Verewigung im Web die Partnerschaft schützen vor der Schnelllebigkeit der Liebe; jedes einsam notierte Zubettgehen der Partnerlosen die bessere Hälfte ein Stück näher rücken. Für manche mögen das Zeichen emotionaler Verwahrlosung sein, doch das Teilen der Gedanken im Netz kann ebenso die Aufarbeitung von Gefühlen als Äquivalent zum Gespräch mit Freunden in trauter Kneipenrunde leisten. Wo Menschen einander zuhören, kann kein Ort sozialer Kälte sein.

Dennoch, bei all der katalysierenden Wirkung, die ein in digitale Häppchen aufgefächertes Gefühlsleben sinnvoll erscheinen lässt, kann ein Blick auf das unterschiedliche Verständnis von sozialen Netzwerken und dem Maß des sich Mitteilens nicht schaden. Neben der Beziehung, die im Netz ihre Darstellung findet, pflegt ein Mitglied eines Netzwerkes mehr oder weniger enge Bindungen zu anderen Usern. Entscheidend ist hier das weniger – vielleicht. Der Begriff des ‚Oversharings’ – das Teilen von mehr persönlichen oder intimen Informationen als Adressaten als angebracht und angenehm empfinden – ist vielleicht derzeit eine der spannendsten Konfliktlinien innerhalb des Social Web. Für manche Nutzer sind das #beischlaftweets, laute Parteibekenntnisse vor einer Wahl oder suizidale Gedanken. Durch diese unterschiedlichen Präferenzen aber gruppieren sich Menschen im Web nicht nur entlang tatsächlich bestehender Bekanntschaften und Interessensgebieten, sondern auch entlang empathischer Fähigkeiten, Toleranz und Schmerzgrenzen.

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Wer dies alles unter Mädchenkram ablegt, irrt. Das Feld der großen Gefühle wird im Bereich der Statuts-Updates auch immer mehr von den männlichen Teilnehmern befüllt. Die Autorin Elisabeth Rank fragte noch im Rahmen der re:publica 2009 „Wieso bloggen so wenig Männer über ihre Gefühle?“ Es scheint für Männer leichter dies im stark begrenzten Rahmen der Status-Aktualisierungen zu tun. Es scheint nahezu verlockend. Auch wenn es im Bereich der Blogs und längeren Texte weniger evident ist, das Bekenntnis zu Gefühlen ist chic, das Veröffentlichen eines Beziehungsstatus dabei nur der erste Schritt. In sozialen Netzwerken stellt sich mehr und mehr für unterschiedliche Bereiche das Phänomen der sozialen Erwünschtheit ein, der nachgegeben wird. In den Wochen und Tagen vor der Bundestagswahl erschienen Status-Updates stark politisiert; das reichte von Kommentierung der Wahlprogramme über Aufforderungen Wählen zu gehen bis zum Offenlegen von Erst- und Zweitstimme. Für die Romantik des Alltags scheint sich Ähnliches einzustellen. Als gute Freundin oder treuer Ehemann erwähnt man die bessere Hälfte ab und an auch digital. Ebenso wichtig scheint dies für den letzten Schliff der Selbstdarstellung: eine glückliche Partnerschaft gehört zu einem erfüllten Leben dazu so wie ein gut bezahlter Job und das entsprechende Auto. Selbstgeschrieben erreicht die Liebes- und Lebensgeschichte den gewünschten Grad der Perfektion. Und in Zeiten, in denen Beziehungen loser geführt, Ehen später oder nie geschlossen werden und die Erstgebärenden 40 sind, beruhigt der elektronische Ring am Finger und das digitale Treuegelöbnis vorerst das Gemüt.

Heiratsanträge gestellt über Twitter, der erste Schritt zur Trennung über das Löschen des Liebsten aus der Friend-List, die Anbahnung einer Romanze über einen nobel geschriebenen Pinnwandeintrag – auf den ersten Blick scheint dies neu, fremd und ein wenig zu einfach, und dennoch voller Poesie. Es bleibt Geschmacksfrage, wem die Liebe gelten soll: Nur ihm oder ihr, oder einem Teil der Welt. Doch Liebe scheint mehr und mehr für alle da. Gefühle lauern im Netz an jeder Ecke. Sie umarmen elf Jungs auf dem Platz, gelten Politischem oder der Band auf der Bühne. Wer sagt schon, dass die ganz großen Gefühle immer die von der rosaroten Wolke sein müssen?



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13 Comments:
Blogger Tom said...
Gerade sagt sie noch: "Wer dies alles unter Mädchenkram ablegt, irrt." und vergibt dann doch das Label "girlism". ;-)
Schöner Artikel!

Blogger teresa m. buecker said...
Ich hab auch ein Boys-Label. Das füg ich mal hinzu ;)

OpenID se_fotos said...
schön dass du drüber schreibst!
dazu fiel mir kürzlich folgendes paradoxon auf: kennenlernen/flirten/anbahnen via moderne kommunikationsmittel ist in unserer generation angekommen. es bekommt das label "seriös" zugesprochen. aber obacht! wenn man das wie-auch-immer-aber-noch-nicht-gefixte techtelmechtel dann auch auf diesem weg wieder beendet, zieht man nach wie vor web 2.0 den zorn, oder noch schlimmer die verachtung, des gegenübers auf sich, weil man DAS SO nicht macht, das ist (noch?) sozialpolitisch inkorrekt.

Anonymous Kixka said...
Interessant - wir haben uns genau für den Gegenentwurf entschieden. So spielen die Kinder nur gelegentlich eine (Neben-)rolle - und der Mann will digital gar nicht erst erwähnt werden, was ich im Sinne seiner digitalen Selbstbestimmung problemlos akzeptiere.

Ich bin gespannt auf Deinen #rp10 Beitrag zu dem Thema!

Anonymous Katja K. said...
Da steckt was drin, an Überlegungen - Kompliment. Ich denke (nachdem auch ich mich eingehend - allerdings nicht öffentlich - mit diesen Fragen beschäftigt habe): Mir wäre es am liebsten, und ich teile dies gleichsam als eine Art Empfehlung: Am besten ist es, wenn einer der beiden komplett Facebook-/twitter-frei ist. Die Alternative: Beide unterhalten z.B. ein Facebook-Konto - "befreunden" sich dort aber erst gar nicht, sondern lassen dem/der anderen dort seine/ihre Sphäre - ohne direkten Einblick ins "Tagesgeschäft" zu haben. Es ist, letztlich, vielleicht eine ähnliche Frage wie Handy-SMS oder E-Mails mitlesen ... Mein Partner kennt im Idealfall viele meiner ("real life")-Freunde - muss aber nicht jeder Quatsch-Unterhaltung hier auf jenem Portal beiwohnen, dem Kolleg(inn)en-Geblödel, der Musikvideo-Besserwisserei usw. Ich bin aber auch eine von denen, die Ihre Liebe nicht qua Beziehungsstatus vermeldet. Gewissermaßen ist so ein "Profil" ja auch die Fiktion einer Person (eine Fiktion ihrer selbst). Meinen Partner möchte ich etwa von Facebook 'raushalten. Ich denke, darüber kann man reden. Er verpasst nichts, wenn er jenen "social networking"-Krempel nicht 1:1 mitkriegt. Und umgekehrt verpasse ich, da bin ich mir sehr sicher, auch nichts. Aber, da liegt Teresa M. Buecker sehr richtig: Die Spielregeln sind da natürlich sehr inividuell, und auch so auszuhandeln: von Fall zu Fall. "Gefühle" äußern: Ja. Es muss aber nicht zwingend um Liebeskummer oder Herzeuphorie gehen. Gegebenenfalls sind auch andere Gefühle, die sich twittern, bloggen, posten lassen. Also: sicher nichts gegen Gefühle.

Blogger teresa m. buecker said...
@Katja Du sprichst mit dem Hinweis auf das Aussetzen der Beziehung auf z.B. Facebook einen interessanten Punkt an, den ich zumindest aus eigener Erfahrung so unterstreichen würde.

Was man in sozialen Netzwerken kommuniziert bietet reichlich Stoff für Missverständnisse und kann somit für Konflikte sorgen, besonders weil hier oftmals weniger ernsthaft und flapsig "geredet" wird. Das sollte aber auch erlaubt sein. Ich schränke mich dort, wo mein Freund mitlesen kann, mehr ein. Anderes würde ich aber nicht als Respektlosigkeit gegenüber dem Partner einstufen, sondern als Unterhaltung unter Freunden, wo die Beziehung ein gängiges Thema ist. Da vermisse ich bei vielen dann aber die nötige Sensibilität. Meine These wäre, dass was in sozialen Netzwerken geschrieben wird, schneller und mehr Verwendung in Tratsch findet. Vielleicht sehe ich hier sogar einen Ansatz für ein User-Generated-Klatsch-Blatt.

Stalking, zum einen im Sinne von Einholen von Informationen und Konstruktion eines Bildes einer Person über das Internet, zum anderen über tatsächliche Belästigung, halte ich für weitere betrachtenswerte Aspekte.

Anonymous Katja K. said...
Ein User-generiertes Klatschblatt: Darauf komme ich bei Glght (i.e.: mehr Zeit) bestimmt noch mal zurück. (Einen Titel hatte ich sofort im Kopf.) Und „Stalking” ist in der Tat auch ein spannender Aspekt. Gerade haben wir uns erst an den Begriff ”Stalking” im echten Leben gewöhnt, ein Gefühl dafür entwickelt ... wann ”Verehrung” und Böseres in die Kategorie ”übergriffig” rutscht, usw. Und parallel dazu entwickeln sich im Netz etwa 3000 Schatten-, Unter-, Nebenformen von ”Stalking” (virtuell). Und noch ein Aspekt: das Gegen-Stalking bzw. die ”Besucherkontrolle” - also diverse Tools, die man etwa als Webseitenbetreiber, aber auch als ganz normaler Myspace-User und sicher bald auch wieder als Facebook-User installieren kann – ”Besucherzähler“ oder ”Page-hit-Counter” usw. genannt. Hinzu kommen dann ja noch diverse ”Handy-Spy”-Applikationen (”Finde heraus, wo Deine Freunde sich gerade aufhalten”). Und eben all die Beziehungsdramen, die sich allein durch heimlich mitgelesene E-Mails oder SMS ergeben. Also: Datenschutz und ”Kontrollgesellschaft” ist ja nicht nur „von oben” ein Problem, sondern die Menschen schaffen sich oft selber eines. Da spielen sich teils schlimme Sachen ab, teils unter erwachsenen, sonst ziemlich reflektierten Menschen. Und, wie Du richtig sagst, gespeist durch das immense Missverständnis-Potenzial. Wollte man (für sich persönlich) etwa das Credo ”Was ich nicht weiß, macht mich nicht heiß” aufrecht erhalten ... oder den Gedanken ”Das geht mich einfach nichts an!" – es erfordert recht viel Kraft, zumindest viel Bewusstheit und ”Nein sagen” zum bunten Tool- und Application-Angebot.

Blogger Zahoor said...
Ich habe den Artikel gelesen und so meine Gedanken gemacht. Letzendlich, und damit möchte ich diesen Kommentar schon beenden, finde ich die Gedanken etwas zu weitgehend. Vielleicht sollte man dem ganzen etwas weniger Gewicht verleihen.

Blogger kathrynsky said...
ich wusste nicht wie ich anfangen sollte, doch dank @zahoor find ich den aufhänger. ;)

auch ich hab beim lesen gedacht, mist, da MUß man sich wohl gedanken drum machen. doch es stimmt ja alles. und auch ich bin "drin" ohne da bisher viel drüber nachgedacht zu haben.
z.b. kennenlernen, nicht austauschen der telefonnummer, sondern; "ich adde dich dann bei facebook" - aaaaaaah! ich find das schrecklich! oder aber, erst gestern passiert, angesprochen werden mit den worten; "warst du mal im ausland und bist bei facebook oder nicht und bist im studivz?" ( :-D )

ich frage mich, können nicht beide partner miteinander befreundet sein und facebook einfach "nur" als facebook sehen?

mit dem ende der beziehung ging auch die facebook "freundschaft" zu ende. doch nicht um es zu verdeutlichen, sondern um es sich nicht noch schwerer zu machen, wenn man liest wo der andere gerade ohne einen ist, wo er spaß hat, wenn es dem anderen in dem moment eventuell gar nicht gut geht. das find ich verständlich und hab ich nun auch schon häufiger gehört.
es sind mehr männer, die es dann auch virtuell beenden und das ist für mich eine erinnerung an das wirkliche leben, nachdem viele mädchen (frauen?) nach dem ende noch die nähe suchen, sich an orten aufhalten, wo er sein könnte, ziehen männer da konsequenter einen strich und wollen ihr einfach gar nicht mehr begegnen.

doch facebook nur als facebook sehen ist subjektives empfinden und so kommt vielleicht doch ein kommentar der dem partner nah geht.
kann man das in einer guten beziehung nicht einfach mit einer frage klären? wieso wird es zum problem? weil man manches nicht erklären möchte? weil es einem selbst zu viel wird?
ist es die selbstdarstellung die du ansprichst, die nicht so existiert, der partner jedoch kennt und man sich dann vor sich selbst rechtfertigen muß?

Danke für den schönen Blog den ihr hier habt macht weiter so.Ich kommer gerne wieder.

Anonymous iPhone Reparatur said...
klasse Beitrag lob an den Autor :)

Anonymous Nook said...
alter Artikel, dennoch hochaktuell. i like!

Ich bin auch ein Mann und stehe zu meinen Gefühlen. Danke für den tollen Beitrag!

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