named Jocelyn Hobbie.


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All photos by Pierre Manning.


Drüben bei knicken habe ich einen wunderbaren Track von Monarchy gebloggt. An anderer Stelle gibt es noch einen zusammenfassenden Rückblick auf die Fashionweek.



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Michael Sontag präsentierte heute morgen auf der Mercedes-Benz Fashion Week sein Können. Dies ist eine Auswahl der Entwürfe, die mir am besten gefallen. Die klaren, geometrischen Schnittführungen ergeben einen cleanen, gradlinigen und dennoch femininen Look, aus meiner Sicht ein idealer, moderner Business-Look. Firmenchefs mögen das anders sehen - ich hingegen halte den klassischen Hosenanzug und das Kostüm für eine Erniedrigung und Schmähung von Weiblichkeit. Nachdem Clay Shirky sich ausgedehnt dafür ausgesprochen hat, dass Frauen im Berufsleben eine aufgeblasene, arrogante und narzisstische Seite an sich entdecken und ausleben sollten, wäre ich gespannt auf ein Statement zum Dress Code. Ich kann kluge Männer in Jeans ernstnehmen, ebenso eloquente Frauen im Sommerkleid.




Frida Weyer durchbrach das eisige Berlin und die Welle der Jahresendtrennungen mit wallendem Gewand für die heiratswillige Frau. Ich schreibe schon seit Dezember an einem Text, der unter anderem den Relevanzverlust der Ehe als Institution behandelt. Er wird länger, böser, aber nicht fertig. Frida Weyer erinnerte mich daran, dass ausgehend von der Symbolik einer Hochzeit in weiß, es unumgänglich ist, die traditionelle Farbe des Hochzeitskleid zu verwerfen.




Angesichts der ausgewählten Stücke von Strenesse Blue könnte man nun denken, das Label unter der Führung von Viktoria Strehle hätte sich weiter verjüngt, vieles ist hingegen noch bieder gefärbt und in Kombination mit Perlenohrringen zu erwarten. Das erste Outfit jedoch war mein absoluter Favorit und erinnerte mich an eine Kombination, die ich morgens an einem jungen Mann gesehen hatte, und mir irritierender Weise großartig gefiel: er trug eine silberne, schmal geschnitte Pailettenhose und darüber einen grau-weiß, grob gestrickten Norwegerpulli. Das Leder weiterhin ein Thema bleibt, kann ich nur begrüßen. Drei butterweiche Varianten von Gestuz habe ich in diesem Winter bei mir einziehen lassen. Der rote Lederfetzen von Kilian Kerner ist hingegen weniger kleidsam und ich interpretiere ihn gutwillig als Provokation. Das letzte Show-Kleid seiner Präsentation gewonn mein Herz durch Pferdeprint und die Herausforderung, dafür ein Model mit Brüsten zu finden. Das Foto davon schoss Trevor von Good & Up.







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Schwingende Hüften, hüpfende Models und kirschrote Lippen – dafür gab es bei Lena Hoscheks Modenschau am Mittwochmorgen von den Zuschauern Applaus. Die Andrew Sisters ließen ihnen keine Wahl, schließlich eröffnete die Show mit dem Swingstück: "Bei mir bist du schoen", den Fotografen hauchten die Models Luftküsse entgegen.



Die österreichische Designerin bedient mit ihren Entwürfen ein Nischenpublikum, das dem Stil der 30er und 40er Jahre, Burlesquetanz und koketter Weiblichkeit verfallen ist. Für die Masse, für den internationalen Laufsteg und die großen Magazine sind Lena Hoscheks Entwürfe nicht nur zu speziell, sie haften zu sehr auf dem Boden der Tradition und der entzückenden, doch sepiafarbenen Vergangenheit. Für die Liebhaber und modischen Ahnenforscher ist es hingegen ein Segen ist, dass jemand so detailverliebt die Dame der 50er am Leben erhält und sie liebevoll aufpäppelt. In der Ausstattung von Tarantinos "Inglorious Basterds" wäre Lena Hoschek die perfekte Besetzung gewesen, denn ihre koketten Dandys und kussfreudigen Mädchen mit tanzendem Saum spazierten im Zelt auf dem Bebelplatz als Abbild der Shosanna Dreyfuß über den Laufsteg. Eine Triebfeder für den Relevanzgewinn der Mercedes-Benz Fashion Week in Berlin ist Lena Hoschek nicht, obwohl Germany’s Next Top Model Gewinnerin Barbara Meier tapfer für sie über den Laufsteg er hüpfte und dann ihre Schuhe verlor, und Yoguretten-Fräulein Marie Nasemann mit steifen Schultern freudestrahlend die Meilen stakste.



In Mailand setzten die Modedesigner-Zwillingsbrüder Dean und Dan Caten auf den Ausbund, den Deutschland an Grazie und Diventum zu bieten hat: Bill Kaulitz. Der zarte Sänger der Band Tokio Hotel schwebte dort gestern über den Laufsteg. Dem Urteil von Kathrin Bierling muss ich mich anschließen: Bill Kaulitz ist für den Laufsteg geboren. Das Urteil über den Gesang des jungen Mannes, überlasse ich an dieser Stelle dem Pop-Briefing der Spex.

berlinfashion.tv hat das Video zur Show.







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1/13/2010











leah tinari oddly reminded me of last night's cross talks.







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esther perbandt - fashionumzug durch mitte

Der Fotograf Marc Schuhmann hat die Woche um die letzte Berliner Fashionweek in einem Photo Diary festgehalten, was er zum Auftakt der Schauen in diesem Januar in Berlin vorstellen wird. Die Vernissage findet am 19.01. in der Lucas Carrieri Art Gallery statt. Die Ausstellung verweilt dort bis Ende des Monats. Marc Schuhmann hat mir im vergangenen Jahr einige dieser Bilder zur Verfügung gestellt, mit denen ich einen Text bei knicken illustriert habe. Als Einstimmung auf die diesjährigen Berliner Modezirkus rund um die Mercedes-Benz Fashionweek, die Bread & Butter, The Key und viele unabhängige Veranstaltungen erscheint dieser Text an dieser Stelle noch einmal.



der friede der fashion familie
7/24/2009

Natascha Ochsenknechts Bezug zur Welt der Mode ist bei ihren Besuchen im Zelt der Berliner Fashionweek nicht auf den ersten Blick ersichtlich. Hier und anderswo sitzt sie, mal eingerahmt von Jimi Blue und Wilson Gonzalez, mal ohne, aber niemals mit Uwe, stets in der ersten Reihe jeder Modenschau. Allgegenwärtig beäugt die magere Version von Brigitte Nielsen die kommenden Kollektionen durch eine dunkle Sonnebrille. Zu erwarten ist hier nicht „A shaded View on Fashion“, doch vielleicht ist die Frau von SchauspielerUwe Ochsenknecht eine Art Bindeglied zwischen den völlig unterschiedlichen Sphären, die am Bebelplatz zu einer Woche der Mode zusammenkommen. Die Modebranche gastiert in der Stadt, ist anderswo zuhause. Und obgleich dieser Branche die Verkleidung in einer glatten Oberfläche vorgehalten wird, greifen hier Elemente nur mit grobem Faltenwurf ineinander. An den der Mode gewidmeten Tagen treffen viele Menschen aufeinander, die lediglich ein Zelt als Anlass miteinander teilen, aber ansonsten so wenig gemein haben, wie der Obdachlose mit dem Model nun einmal hat - greift man die Inszenierung von Patrick Mohr als illustrierendes Beispiel auf.

Natasche Ochsenknecht hat selbst als Model gearbeitet, dann prominent geheiratet und inszeniert sich nun in Berlin als fachkundiger Stargast, dessen Outfit die wahren Editorialistas jeden Tag eines Besseren belehrt. Offenkundig scheint das vielen Prominenten der hinteren Plätze des Alphabets gemein: Ein großer finanzieller Spielraum resultiert meist in einem frenetischen Fehlgriff in den begehbaren Kleiderschrank. Im Ballkleid zum Bebelplatz an einem verregneten Freitagmorgen? Und obgleich die deutsche Prominenz für die Fashionweek in der ersten Reihe unverzichtbar scheint, sehen Designer davon ab diese auf den Laufsteg zu holen oder sich etwa eine Muse zu halten. Zu tief sind die ästhetischen Gräben, die Schöpfer und Zuschauer trennen. Ein gemeinsames Verständnis der Fashionweek schwelt nur in der Berichterstattung der Tagespresse. In jedem Jahr heißt es erneut, Berlin sei auf dem besten Wege mit den Modemetropolen der Welt auf gleicher Höhe zu schwimmen. Journalisten wagen sich dann zaghaft an eine Beschreibung der präsentierten Kollektionen und stolpern in der nächst besten Zeile ins Boulevard. Völlig falsch ist dabei die Interpretation, die Zugegenheit einer Schauspielerin erhöhe die Signifikanz der Veranstaltung. Was eine integere Zusammenkunft der Modezunft sein könnte, wird von Schauspielern, Musikern und sogar der Politik nur genutzt, um selbst das Konterfei im medialen Rahmenprogramm des Bebelplatzes wiederzufinden.


frida weyer show, chamäleon

Die größte Herausforderung an einen anspruchsvollen Modejournalismus scheint zu sein, den Ablenkungen zu trotzen und sich auf Spurensuche zwischen den Szenen zu bewegen. Parfümwolken und wacklige Stilettotritte auszublenden, die eigene Begierde nach den schmeichelnden Stoffen zurückzustellen und die Blende zu justieren, damit das Abschlussbild auf Vokabular basiert, das nicht ausschließlich subjektive Bewertungen der Entwürfe und vereinfachte Beobachtungen zu Schnittführungen und Materialopulenz beinhaltet. Selbst der Ansatz, den Meister als Tuchscherer und die Mode somit als Handwerk zu betrachten, kann den künstlerischen Aspekt des Schaffens nicht verwerfen. Warum die Annäherung an modische Konzepte meist nur über Epochen und dem des Inhalts befreiten Wort „Trend“ gesucht wird, nicht aber über Interpretation, Dekonstruktion und ein souveränes Urteil, könnte wie folgt erklärt werden: Niemand scheint den Frieden der "Fashion Family" stören zu wollen. Und jeder will der erste sein. Die Fülle und Hatz, in der neue Kleider den Laufsteg überspülen, lässt kaum Zeit für reflektierte Notizen.

Entschleunigung und Interpretation erfährt das Treiben derzeit maßgeblich durch eine andere Kunstform: die Fotografie. Mit der Mode als Muse und der Kamera in der Hand entsteht die Übertragung von fadenfixiertem Material zu temporärer Schönheit als Stillleben. Manches wird sogar noch nach dem zweiundreißigtem Trendwechsel als zeitlos stilvoll wahrgenommen. Die Modefotografie ist zweifelsohne das Fundament des Modejournalismus. Sie erzählt die Geschichten, die kaum jemand in Worte fasst.

Mehr mit Herzblut geschriebene Zeilen über die Mode, zu der der Kritiker eine Fernbeziehung in großer Nähe führt, könnten dazu beitragen den Modejournalimus aus der Ecke herauszuführen, in der ihn viele Federn verankert sehen: Modejournalismus als Spielart des Boulevards, ausgeführt von kaufsüchtigen Schreibanfängern. Vielleicht können dann bald die PR-Agenturen in ihren Meldungen Suzy Menkes als einzige Referenz um andere Schreiber ergänzen, und den Hinweis, welche B-Prominente zu Weilen den Designer tragen, herausstreichen.

Marc Schuhmann hat seine Erinnerungen an die erste Juli Woche 2009 durch sein Objektiv hindurch festgehalten. Mindestens eine Geschichte versteckt sich in jedem Bild.


patrick mohr backstage





Mehr Informationen zu Schuhmanns Photo Diary finden sich auf der Website thephotodiary.de.




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