Der Neubeginn, den ich herbeisehne, kann auf diesem Stück Papier beginnen. Auf dem digitalen weißen Blatt, auf das ich Worte schreibe. Gedankenfetzen, die in Sprache gefasst mit anderen geteilt werden können, kennen keine Grenzen. Im Moment ihres Ausspruchs sind sie frei. Es könnte so leicht sein, den Neubeginn zu denken, ihn auszusprechen, ihn nieder zu schreiben, ihn heraus zu schreien oder ihn dir in dein linkes Ohr zu flüstern. Wie die Luft knistert, wenn ich mit meinen Lippen ganz nah an dein Ohr komme und dir zuraune, dass es deine Freiheit ist, dir eine Welt auszudenken, in der du dich ganz zuhause fühlst.

Worte können fesseln und Stricke mit einer messerscharfen Zunge mühelos durchschneiden. Eine Muse aus Buchstaben küsst dich so überraschend auf den Mund wie der Platzregen, der dir den Kopf wäscht. Auszusprechen, was ich denke oder fühle, den Satz zumindest für mich selbst diktiert zu haben und zu erinnern, gibt Sicherheit. Mit der Sprache beginnt die Wirklichkeit, nicht erst mit einem Handschlag. Mit der Sprache beginnt die Unabhängigkeitserklärung von den Normen, Regeln und Worten, die jene Grenzen ziehen, die eine Freiheit innerhalb ihres Raumes nur behaupten und niemals bewiesen haben.

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