Für die re:publica-Konferenz habe ich meine Herzensthemen Beziehungen, Freiheit und Arbeit in einen Vortrag gepackt, denn für mich gehören sie zusammen. Ich sehe es wie Anne-Marie Slaughter, euch vielleicht bekannt als die Autorin des Atlantic-Essays "Why women still can't have it all", die bei ihrem Berlin-Besuch sagte: „Wenn mir jemand sagt, seine Arbeit ist wichtiger als seine Familie, würde ich ihn nicht einstellen.“ In der Realität vieler Arbeitsverhältnisse sieht es jedoch so aus, dass die Priorisierung von Familie, Partner_innen und Freund_innenschaft als falsche Einstellung zur Arbeit ausgelegt wird. Die Selbstausbeutung wird vorausgesetzt, wer nicht an körperlichen und seelischen Belastungsgrenzen geht - und dabei seine Beziehungen belastet - gibt nicht das, was von jemandem erwartet wird, der "für seinen Job" lebt.

Doch:

Beziehungen und Freundschaften sind keine Nebensache. Sie sind Fundament für Gesellschaft und Wirtschaft.

Und ich bin der festen Überzeugung, dass stabile Beziehungen, die Raum und Zeit erhalten, Voraussetzungen dafür sind, gut arbeiten zu können. In Zeiten der Entgrenzung, in denen wir auch für Arbeitgeber_innen und Kolleg_innen *immer* zu erreichen sind, muss im Gegenzug berücksichtigt werden, dass Gesundheit und soziales Leben keine Privatsache sein können, vor allem dann nicht, wenn ihnen die Grundlage geraubt wird. In dem Sinne gelesen bedeutet Post-Privacy Verantwortungsübernahme für andere. In meine Vortrag plädiere ich deswegen für eine beziehungsorientierte Sicht auf Arbeit. Was das bedeutet, erfahrt im im Video. Das Manuskript reiche ich noch nach. Die Folien finden sich bei Slideshare.

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1 Comments:
my dear, habe dich über umwege (twitter) gefunden und begeistert deine gedanken aufgesogen! schau wieder vorbei, LG Julia

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